Start Ratgeber Immobilien Das Bestellerprinzip beim Kauf einer Immobilie

Das Bestellerprinzip beim Kauf einer Immobilie

Bis zuletzt galt in Deutschland die Regel, dass derjenige der den Makler bestellt, diesen auch bezahlen muss. Zwar galt diese Regelung nur im Mietrecht, das soll sich nun aber ändern und auch beim Kauf von Immobilien gelten. In Zukunft soll der Besteller mindestens die Hälfte der Maklerprovision zahlen. Im Juni letzten Jahres hat der Bundesrat ein Gesetz erlassen, dass die Teilung der Maklerprovision festlegen soll.

Die Bedeutung des Bestellerprinzips beim Kauf von Wohneigentum

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wurde nun mit den §656a bis d das Bestellerprinzip beim Kauf von Immobilien festgesetzt.

Folgende Änderungen ergeben sich aus der Neuerung:

  • Seit dem 23.12.2020 gilt das Gesetz beim Erwerb von Immobilien
  • Werden die Interessen nur einseitig vom Makler vertreten, dann muss der Besteller mindestens 50% der Maklerprovision zahlen
  • Bei einer doppelten Tätigkeit, muss die Provision 50/50 aufgeteilt werden
  • Das Gesetz gilt nur für den privaten Verkauf von Immobilien
  • Alle Verträge bedürfen eine schriftliche Textform (Email oder ähnliches)

Wann das neue Gesetzt nicht greift

Das neue Gesetz gilt nicht, wenn es sich beim Kauf der Immobilie nicht um Verbraucherzwecke handelt. Das ist dann zum Beispiel der Fall, wenn die Immobilie für die Eigennutzung gekauft wird oder auch wenn Privatpersonen die Immobilie erwerben um diese anschließend zu verkaufen.

Zusammengefasst bedeutet die Änderung folgendes:

Die Person, die den Makler bestellt, ist zur Zahlung der Provision verpflichtet. Die zweite Partei beim Kauf/Verkauf kann dazu aufgefordert werden, bis zu 50% der Provision zu übernehmen. Handelt der Makler im Interesse des Käufers und des Verkäufers, muss die Maklerprovision zu gleichen Teilen aufgeteilt werden.

Die 3 Möglichkeiten in einer Übersicht

  1. Wenn der Verkäufer den Maklers beauftragt, gelten für ihn folgende Bedingungen: Der Verkäufer muss mindestens 50% der Maklerprovision zahlen. Er kann den Rest, nach Verhandlungen, auf den Käufer übertragen.
  2. Sollte der Käufer der einzige Kunde des Maklers sein, beispielsweise bei einem standardmäßigen Suchauftrag, so gilt für ihn auch die Regel des Maximalverhältnisses von 50:50. Aber auch nur mit der Einwilligung des Verkäufers.
  3. Für den Fall, dass der Makler sowohl für den Verkäufer als auch für den Käufer arbeitet,, kann die Provision nur in gleiche Teile aufgeteilt werden. Hier gilt immer eine genaue Aufteilung von 50:50.

Beispielrechnung für Makler mit Doppeltätigkeit

  • Möglichkeit 1: Der Immobilienmakler Franz Gustav soll eine Wohnung für Eigentümer Frank Meier verkaufen. Meier unterzeichnete einen Exklusivvertrag mit Gustav und bei Erfolg einigten sich beide auf eine Provision von 3,57% einschließlich Mehrwertsteuer. Zeit vergeht und ein Interessent fragt die Immobilie bei Herr Gustav an. Es wird ein Maklervertrag über die Erhebung einer Provision von 3,57% (einschließlich Mehrwertsteuer) vereinbart. Gustav darf somit eine Gesamtprovision von 7,14% (einschließlich Mehrwertsteuer) berechnen. Wichtig hier ist, dass der Makler auch immer eine Provision mit dem Verkäufer ausmacht.
  • Möglichkeit 2: Der Eigentümer, Achim Stein, plant den Verkauf seines Hauses und schließt mit der Maklerin Astrid Müller einen Exklusivvertrag ab. Bei erfolgreichem Verkauf, erklären Sie sich damit einverstanden, eine Provision von 3,57% (einschließlich Mehrwertsteuer) zu berechnen. Nach mehreren Terminen und langen Verhandlungen finden Maklerin Müller schließlich einen Interessenten. Diesen beunruhigt aber die Höhe der Provision. Um den Verkauf abzuwickeln, erlässt Maklerin Müller dem Interessenten einen Rabatt von 0,6% (inkl. MwSt.). Der Interessent stimmt dem zu, so dass Moos für beide Parteien als Doppelmakler fungierte. Der Rabatt gilt auch für die Eigentümerseite, deshalb darf hier ebenfalls nur eine Provision von 2,97% (einschließlich Mehrwertsteuer) berechnet werden. Insgesamt ergibt sich also eine Provision von 5,95% (einschließlich Mehrwertsteuer).
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